
Der Stellenwert der Flussflotte bei der, nach der proletarischen Revolution entstandenen UdSSR war zuerst nicht hoch. Erst seit dem bewaffneten Konflikt 1929 mit China auf dem Ost-Chinesischem Hauptbahn, als deutlich wurde, dass die alten, oft aus zivilen Einheiten umgebauten Boote ihrer Aufgaben nicht gerecht waren, wurde die Problematik der Flussflotte wahrgenommen. Noch in diesem Jahr bekam ein Projektbüro aus Leningrad eine Entwurfanweisung eines ein- und eines doppeltürmiges Kutters BKA (Broniekatier). Die Voraussetzungen waren hoch gestellt: Es sollte eine schnelle, zum Schwimmen auf engen, flachen und kurvenreichen Flussgewässern geeignete, möglichst unempfindliche für Treffer und feuerstarke Einheit konzipiert werden. Außerdem wurde von einem solchen Boot verlangt, dass es schnell zwischen einzelnen Einsatzgebieten mittels Eisenbahn-Plattformen transportiert werden könnte. Das Konstrukteurteam unter Anleitung von J.J. Benua löste die Aufgabe meisterhaft und lieferte einen Entwurf des Bootes BKA 1125 mit guten Eigenschaften …aber auch mit einer rassigen Schiffsform. Die BKA 1125 wurde durch eine gute Seetüchtigkeit auf Flüssen aber auch auf offenem See bezeichnet. Eine hohe Geschwindigkeit wurde dank Einsatzes von umgebautem Flugzeugtriebwerk AM-34 erreicht. Die Stromversorgung wurde von Lichtmaschinen an dem Haupttriebwerk und an einem Fahrzeugtriebwerk (ZIS-5) geliefert. Die besonders wichtige für das Leben des Bootes Bereiche (Maschinenraum, Steuerhaus/Kommandobrücke, Treibstofftanks und Munitionsmagazine) wurden mit 5mm- bis 7mm-Panzerbleche geschützt. Einen geringen Tiefgang wurde dank gerader Borde erreicht, die durch leichte Rundungen in ein Plattboden übergingen, in dem sich einen offenen Tunnel der Antriebswelle befand. Eine Fähigkeit des Kutters war die Möglichkeit einer zusätzlichen Schaldämpfung des Triebwerkes durch Ableitung der Abgase unter Wasserfläche. Als dazu noch die starke Bewaffnung durch die Panzertürme, anfänglich von den Panzer T-28, bzw. T-35, dann aber der berüchtigten T-34 (oftmals von zerstörten Panzerfahrzeugen wiederverwertet), einzelne, oder gekoppelte Maschinengewehre und die „Stalinorgel“-Raketenwerfer Katjuscha 24-M-8 gezählt wird, wird der Namen „Flusspanzer“ (rietschnyj tank) klar… Es wurden drei Versionen des Kutters entworfen und produziert: eintürmige Typ BKA 1124 und BKA 1125, so wie doppeltürmige S-40. Bis Juni 1941 befanden sich insgesamt 85 „Flusspanzern“ im Dienst und 68 im Bau. Die Kampftaktik der Kutter beruhte auf einem möglichst unauffälligen „Anschleichen“ an flachen ufernahen Gewässern in die Nähe des Gegners, einem Beschuss aus allen Waffen und einem raschen Rückzug. Eingesetzt wurden die Einheiten bei dem Verteidigungskrieg 1941 verstreut auf allen sowjetischen wichtigen Flussgewässern, wobei sie große Verluste erlitten. Nach Stalingradschlacht gingen sie mit den Landeinheiten (die Flottillen der Kutter standen unter Kommando der Landstreitkräfte) in die Offensive und wurden auf den meisten Flüssen der Osteuropa und Deutschland eingesetzt: über Wolga, Pripjat und Bug, dann Weichsel, Wartha, Netze, Oder bis nach Berlin, wo sie in den zahlreichen Flussarmen und Kanälen intensiv eingesetzt wurden… Für ihre Kampfeinsätze bekamen drei Kutterdivisionen die Bezeichnung Gardedivision, 15 Einheiten bekam die Abzeichnung „Orden der Roten Fahne“ und viele Matrosen wurden persönlich mit der Abzeichnung des „Helden der Sowjetunion“ gewürdigt. Nach dem Kriegsende kehrten die meisten „Flusspanzer“ per Eisenbahn, bzw. entlang der Ostseeküste in die UdSSR zurück und wurden an den grenzbildenden Flüssen bei den Grenzschützeinheiten in Dienst gestellt.
Verdrängung: 29,3 t; Tiefgang: 0,8 bis 0,6m; Antrieb: Antrieb: GAM-34B mit einer Leistung von 850 PS; Geschwindigkeit: 18 kn; Bewaffnung: 1x 76mm-Geschütz + 2x 12,7mm-Maschinengewehre + 1x 7,62mm-MG in dem Panzerturm + 1x Katjuscha-Raketenwerfer 24-M-8; Besatzung: 10 Mann.
Zwei vollständige Bootsmodelle, die eigentlich in mehr als zwei Bewaffnungsversionen dargestellt werden können: es kann zwischen der Hauptbewaffnung (Geschütztürme der Panzer T-34/76 und T-28) aber auch kleinkalibriger Bewaffnung (7,62mm- oder 12,7mm-MG) varieert werden.
Modelllänge: 22,6 cm!
* Ein Lasercut-Spantensatz kann zusätzlich mitbestellt werden!
Feine Computergraphik und makellose Farbgebung.
General-, Bauzeichnungen und Montageskizzen ergänzen russische Bauanleitung.