Schleswig- Holstein Hauberg (Haubarg) 1:100
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Eine weitere Folge aus der Reihe „Bauernhäuser und Höfe“ (Modellbogen zum Bemalen, Ausschneiden, Falten und Zusammenkleben. Nach historischen Vorbildern mit einem erläuternden Text. Zum Spielen, zur Erbauung für Unterricht und Darstellungszwecke) des Verlages Dieter Güllert (Art.-Nr. MB 0101 aus dem Jahr 1977): Schleswig- Holstein Hauberg (Haubarg) als Kartonmodellbausatz im Maßstab 1:100.
Modellkonstruktion: Dieter Güllert aus Geisenhausen.
Ein Haubarg, selten auch Hauberg (nicht zu verwechseln mit der Waldwirtschaftsform Hauberg), ist das typische Bauernhaus der Halbinsel Eiderstedt im Kreis Nordfriesland in Schleswig-Holstein. Ihm entspricht das Barghus in der Wilstermarsch nordöstlich der Elbe im Kreis Steinburg. Beide kamen im späten 16. Jahrhundert durch westfriesische Einwanderer in die Region, die den Bautyp des Gulfhauses mitbrachten, und bewährte sich bis ins späte 19. Jahrhundert als Bauernhaus.
Das Wort „Haubarg“ bezeichnet eine Stätte zum Bergen (Stapeln) von Heu und Getreide. Der älteste Beleg ist Houwbarch (1605), in dem anscheinend das niederdeutsche Wort Hoi oder Houwe ('Heu') steckt. Mensch und Tier lebten in Haubargen jahrhundertelang unter einem Dach, wenn auch in getrennten Räumen. Der Name Barghus leitet sich vom Barg her, dem tragenden Barggerüst, das Wohnräume, Längsdiele und Viehställe trägt. Dieser kompakte Haustyp ist auf Milchwirtschaft und Käseherstellung ausgerichtet, da die Wilstermarsch für den Getreideanbau weitgehend ungeeignet war.
Gulfhaus und Haubarg sind Weiterentwicklungen des Altfriesischen Bauernhauses, ursprünglich aus Westfriesland, die sich Mitte des 17. Jahrhunderts in die Elbmarschen (Barghaus) und nach Nordfriesland (Haubarg) verbreiteten. Beide gehören dem Typus des Wohnstallhauses an, einer Form des Langhauses, die sich in der norddeutschen Tiefebene in der Eisenzeit verbreitet und sich aus den Wohnstallbauten der Bronzezeit entwickelt hatte. Zwei weitere Grundformen, auf die sich die Formenvielfalt der Bauernhaustypen in Schleswig-Holstein gründet, sind das quergeteilte Geesthardenhaus (auch Schleswiger Haus) aus Jütland, dessen Sonderform das uthlandfriesische Haus oder Friesenhaus ist, sowie das niederdeutsche Hallenhaus, auch als Niedersachsenhaus bezeichnet, das ab dem 13. Jahrhundert aufkam.
Haubarge haben einen rechteckigen, nur beim vierständrigen Haubarg quadratischen, Grundriss. Es handelt sich um Ständerbauten, bei denen das Haus hauptsächlich von je nach Größe vier, sechs oder acht, in seltenen, nicht mehr erhaltenen Fällen zehn Ständern getragen wird, die durch Längs- und Querbalken (Pfetten) verbunden sind. Diese Bauweise trägt unter anderem dazu bei, das Haus widerstandsfähig gegen Naturgewalten, insbesondere Stürme und daraus resultierende Sturmfluten, zu machen. Selbst wenn eine Sturmflut die Mauern eindrückt, halten die Ständer noch das Dach. Die Grundstruktur des Hauses bleibt unbeschädigt. Diese Bauweise erleichterte außerdem die Erneuerung des Mauerwerkes, das nach etwa 100 Jahren auszusalzen begann und daher ersetzt werden musste.
Je vier Ständer bilden in der Mitte des Haubargs einen Vierkant, in dem das Stroh gelagert wurde, das nach dem Dreschen anfiel. Darum herum angeordnet sind die Loo, wo unter anderem gedroschen wurde, Wohnräume (Döns) und Schlafverschläge (Alkoven) für das Hofgesinde zusammen mit den Stallungen für die Pferde (Peerboos), Rinder (Boos) und das Kleinvieh. Der Großbauer hatte mit seiner Familie sein Schlafgemach in Wandbetten (Alkoven) in dem sogenannten „Pesel“, der sogar beheizbar war, während das Hofgesinde nur durch das Vieh und das gelagerte Stroh und Heu gewärmt wurde. Das Heu, das dem Haustyp seinen Namen gab, lagerte über der Boos, während Getreide über dem Wohnteil des Hauses lagerte. Über der Loo lagerten die nicht gedroschenen Garben der Ernte auf einer Art Spaltenboden. Wenn nicht gerade geerntet wurde, diente die Loo als Wagenremise.
Ein weiteres Merkmal ist das oft 15 oder 20 Meter hohe, mit Reet gedeckte Dach, unter dem das Heu für den Winter gelagert wird.
Solange der Küstenschutz noch unzureichend war, wurden Haubarge zum Schutz vor Überschwemmungen infolge von Sturmfluten auf Warften errichtet. Bis ins 18. Jahrhundert wurden Haubarge in West-Ost-Ausrichtung erbaut, danach zumeist aus Repräsentationsgründen in Süd-Nord-Ausrichtung. Sie waren – wie Fachwerkhäuser – umsetzbar; neben dem Herrenhaus Hoyerswort, dem einzigen Herrenhaus der Halbinsel Eiderstedt, wurde 1779 ein Haubarg als Scheune aufgestellt, der ursprünglich 1704 im nahen Langenhemme als Wohnstallhaus errichtet worden war. (danke Wikipedia!)
Umfang des Bausatzes: 8 Ausschneidebögen 24 x 34 cm in einer Kartonmappe.
Inhalt: Komplette Anlage, Bäume, Sträucher, Grundrisse, deutsche Beschreibung, Bau- und Montageanleitung.
Modellkonstruktion: Dieter Güllert aus Geisenhausen.
Ein Haubarg, selten auch Hauberg (nicht zu verwechseln mit der Waldwirtschaftsform Hauberg), ist das typische Bauernhaus der Halbinsel Eiderstedt im Kreis Nordfriesland in Schleswig-Holstein. Ihm entspricht das Barghus in der Wilstermarsch nordöstlich der Elbe im Kreis Steinburg. Beide kamen im späten 16. Jahrhundert durch westfriesische Einwanderer in die Region, die den Bautyp des Gulfhauses mitbrachten, und bewährte sich bis ins späte 19. Jahrhundert als Bauernhaus.
Das Wort „Haubarg“ bezeichnet eine Stätte zum Bergen (Stapeln) von Heu und Getreide. Der älteste Beleg ist Houwbarch (1605), in dem anscheinend das niederdeutsche Wort Hoi oder Houwe ('Heu') steckt. Mensch und Tier lebten in Haubargen jahrhundertelang unter einem Dach, wenn auch in getrennten Räumen. Der Name Barghus leitet sich vom Barg her, dem tragenden Barggerüst, das Wohnräume, Längsdiele und Viehställe trägt. Dieser kompakte Haustyp ist auf Milchwirtschaft und Käseherstellung ausgerichtet, da die Wilstermarsch für den Getreideanbau weitgehend ungeeignet war.
Gulfhaus und Haubarg sind Weiterentwicklungen des Altfriesischen Bauernhauses, ursprünglich aus Westfriesland, die sich Mitte des 17. Jahrhunderts in die Elbmarschen (Barghaus) und nach Nordfriesland (Haubarg) verbreiteten. Beide gehören dem Typus des Wohnstallhauses an, einer Form des Langhauses, die sich in der norddeutschen Tiefebene in der Eisenzeit verbreitet und sich aus den Wohnstallbauten der Bronzezeit entwickelt hatte. Zwei weitere Grundformen, auf die sich die Formenvielfalt der Bauernhaustypen in Schleswig-Holstein gründet, sind das quergeteilte Geesthardenhaus (auch Schleswiger Haus) aus Jütland, dessen Sonderform das uthlandfriesische Haus oder Friesenhaus ist, sowie das niederdeutsche Hallenhaus, auch als Niedersachsenhaus bezeichnet, das ab dem 13. Jahrhundert aufkam.
Haubarge haben einen rechteckigen, nur beim vierständrigen Haubarg quadratischen, Grundriss. Es handelt sich um Ständerbauten, bei denen das Haus hauptsächlich von je nach Größe vier, sechs oder acht, in seltenen, nicht mehr erhaltenen Fällen zehn Ständern getragen wird, die durch Längs- und Querbalken (Pfetten) verbunden sind. Diese Bauweise trägt unter anderem dazu bei, das Haus widerstandsfähig gegen Naturgewalten, insbesondere Stürme und daraus resultierende Sturmfluten, zu machen. Selbst wenn eine Sturmflut die Mauern eindrückt, halten die Ständer noch das Dach. Die Grundstruktur des Hauses bleibt unbeschädigt. Diese Bauweise erleichterte außerdem die Erneuerung des Mauerwerkes, das nach etwa 100 Jahren auszusalzen begann und daher ersetzt werden musste.
Je vier Ständer bilden in der Mitte des Haubargs einen Vierkant, in dem das Stroh gelagert wurde, das nach dem Dreschen anfiel. Darum herum angeordnet sind die Loo, wo unter anderem gedroschen wurde, Wohnräume (Döns) und Schlafverschläge (Alkoven) für das Hofgesinde zusammen mit den Stallungen für die Pferde (Peerboos), Rinder (Boos) und das Kleinvieh. Der Großbauer hatte mit seiner Familie sein Schlafgemach in Wandbetten (Alkoven) in dem sogenannten „Pesel“, der sogar beheizbar war, während das Hofgesinde nur durch das Vieh und das gelagerte Stroh und Heu gewärmt wurde. Das Heu, das dem Haustyp seinen Namen gab, lagerte über der Boos, während Getreide über dem Wohnteil des Hauses lagerte. Über der Loo lagerten die nicht gedroschenen Garben der Ernte auf einer Art Spaltenboden. Wenn nicht gerade geerntet wurde, diente die Loo als Wagenremise.
Ein weiteres Merkmal ist das oft 15 oder 20 Meter hohe, mit Reet gedeckte Dach, unter dem das Heu für den Winter gelagert wird.
Solange der Küstenschutz noch unzureichend war, wurden Haubarge zum Schutz vor Überschwemmungen infolge von Sturmfluten auf Warften errichtet. Bis ins 18. Jahrhundert wurden Haubarge in West-Ost-Ausrichtung erbaut, danach zumeist aus Repräsentationsgründen in Süd-Nord-Ausrichtung. Sie waren – wie Fachwerkhäuser – umsetzbar; neben dem Herrenhaus Hoyerswort, dem einzigen Herrenhaus der Halbinsel Eiderstedt, wurde 1779 ein Haubarg als Scheune aufgestellt, der ursprünglich 1704 im nahen Langenhemme als Wohnstallhaus errichtet worden war. (danke Wikipedia!)
Umfang des Bausatzes: 8 Ausschneidebögen 24 x 34 cm in einer Kartonmappe.
Inhalt: Komplette Anlage, Bäume, Sträucher, Grundrisse, deutsche Beschreibung, Bau- und Montageanleitung.