Mühle aus Unterschlauersbach mit Geländeform 1:100
zur Zeit nicht lieferbar
Mühle aus Unterschlauersbach mit Geländeform als Kartonmodellbausatz des Vereins Fränkisches Freilandmuseum e.V. (Band Nr. 1 aus dem Jahr 1986) im Maßstab 1:100.
Modellkonstruktion: Konrad Badal und Günther Distler.
Die Mühle aus Unterschlauersbach (Krs. Fürth) wurde 1576 erbaut. Zwei Wasserräder treiben die beiden Mahlgänge an. Bauern mussten ihr Korn für das Grundnahrungsmittel Brot mahlen lassen, daher waren Müller angesehen und teils auch reich. Gelegentlich wird hier noch gemahlen.
Das Dorf Unterschlauersbach und ausdrücklich auch die Mühle werden erstmals 1124 urkundlich erwähnt. Damit gehört die Mühle zu den ältesten der Gegend und bestand demnach schon, als 1132 das Kloster Heilsbronn von Bischof Otto von Bamberg gegründet wurde, zu dem dann die Mühle über Jahrhunderte hinweg gehörte. Über die Mühle und ihre Besitzer liegen seit dem Mittelalter sehr viele schriftliche Nachrichten vor, aus denen die Besitzergeschichte lückenlos zu verfolgen ist. Wie der mittelalterliche Vorgängerbau der Mühle ausgesehen hat, bleibt allerdings offen; eine Notgrabung beim Abbau 1981 musste leider ohne Ergebnis vorzeitig abgebrochen werden. (…)
Beim Abbau 1981 wies die Mühle bereits eine »moderne« Mühlentechnik auf; das Wasserrad von 1895 war 1924 durch eine Turbine ersetzt worden. Das (bauliche) Aufbaukonzept im Museum sah aber die Zeit des 16. bis 18. Jahrhunderts vor, mit entsprechender Mühlentechnik, die wenn möglich mit Originalteilen fränkischer Mühlenbaukunst erfolgen sollte. Basis für die Rekonstruktion war letztlich die aus der Weidenmühle bei Pommelsbrunn (Lkr. Nürnberger Land) geborgene Bied mit Wellbaum, Kammrad, Mühleisen und Stockgetriebe. Offensichtlich handelte es sich ursprünglich um eine viergängige Anlage, ebenso wie es in Unterschlauersbach um 1810 der Fall war. Es waren aber nur noch drei (von einst fünf) Gebinden der Bied erhalten. Um die Rekonstruktion zu begrenzen, wurde nur eine zusätzliche Zone ergänzt, so dass lediglich drei Mahlgänge untergebracht werden konnten, davon zwei direkt von Wasserrad und Kammrad getrieben, ein weiterer Nebengang in einer schmäleren Zone der Bied. So befindet sich heute in der Unterschlauersbacher Mühle eine einst in Mittelfranken bis ins 19. Jahrhundert allgemein übliche technische Ausstattung. Sie ist in dieser Form prinzipiell schon im 16./17. Jahrhundert nachweisbar, also auch zur Bauzeit der Mühle (1576/1601) denkbar.
Die Arbeit in einer Getreidemühle lässt sich in drei Abschnitte gliedern: Reinigen, Mahlen, Sichten. Gereinigt wurde ursprünglich mit Handsieben, während das Mahlen und Sichten (= die Feinsortierung des Mahlguts) mit Hilfe der Wasserkraft geschah. Eine (Wasser-) Mühle besteht aus mehreren aufeinander abgestimmten Teilen: dem Antrieb (mit Wasserrad und Zahnradübersetzung), dem Mahlwerk und dem Beutelwerk. Beim Wasserrad unterscheidet man zwischen oberschlächtig (Rad wird durch herabfallendes Wasser angetrieben) und unterschlächtig (Rad wird durch unten durchfließendes Wasser angetrieben). Über eine als Wellbaum bezeichnete Radachse wird die Kraft in das Innere der Mühle übertragen. Die Bied, das Mühlgestell innerhalb des Mühlgebäudes, verbindet Antrieb und Mahlwerk. Die äußerst kräftige Zimmermannskonstruktion aus Säulen, Pfetten und Schwellen bildet das Lager für den Wellbaum und zugleich das Podium für die schweren Steinmahlwerke. Der eigentliche Mahlvorgang läuft zwischen den Mahlflächen der waagerechten Mühlsteine. Der untere, feste Bodenstein (Sitzer) und der obere, sich drehende sog. Läufer haben einander zugewandte Mahlflächen, die aufgeraut und mit Mahlfurchen (Schrenzen) versehen sind. Aus dem Zerkleinerungsprozess vom Korn zum Mehl entstehen je nach Feinheit die Mahlprodukte Schrot, Kleie, Grieß und Mehl der verschiedenen Typen. Die eigentlichen Mehlmahlgänge unterscheiden sich vom Schrotgang durch das zusätzliche Beutelwerk, dessen Hauptbestandteil der Beutelkasten ist. Der Beutelkasten ist gleichsam eine vollautomatische Sicht- und Siebmaschine, ebenfalls angetrieben vom Wasserrad. Er lässt sich für die Unterschlauersbacher Mühle bereits 1617 und nochmals in verbesserter Ausführung mit »Säuberer« 1717 belegen. (Quelle: Fränkisches Freilandmuseum e.V., Bad Windheim)
Große der Grundfläche: 43 x 30 cm!
Umfang des Bausatzes: 7 Ausschneidebögen A3 worauf auch die Bauanleitung mit vielen Bildern und Zeichnungen abgebildet wurde. Einige Bögen sind in doppelter Ausführung (insgesamt besteht dieser Bausatz aus 12 Bögen) – „Sollte man sich mal verschnitten haben oder das Papier verstärken wollen, kann man auf den doppelten Boden zurückgreifen!“
Eine Bauzeichnung wurde in deutscher Sprache verfasst.
Modellkonstruktion: Konrad Badal und Günther Distler.
Die Mühle aus Unterschlauersbach (Krs. Fürth) wurde 1576 erbaut. Zwei Wasserräder treiben die beiden Mahlgänge an. Bauern mussten ihr Korn für das Grundnahrungsmittel Brot mahlen lassen, daher waren Müller angesehen und teils auch reich. Gelegentlich wird hier noch gemahlen.
Das Dorf Unterschlauersbach und ausdrücklich auch die Mühle werden erstmals 1124 urkundlich erwähnt. Damit gehört die Mühle zu den ältesten der Gegend und bestand demnach schon, als 1132 das Kloster Heilsbronn von Bischof Otto von Bamberg gegründet wurde, zu dem dann die Mühle über Jahrhunderte hinweg gehörte. Über die Mühle und ihre Besitzer liegen seit dem Mittelalter sehr viele schriftliche Nachrichten vor, aus denen die Besitzergeschichte lückenlos zu verfolgen ist. Wie der mittelalterliche Vorgängerbau der Mühle ausgesehen hat, bleibt allerdings offen; eine Notgrabung beim Abbau 1981 musste leider ohne Ergebnis vorzeitig abgebrochen werden. (…)
Beim Abbau 1981 wies die Mühle bereits eine »moderne« Mühlentechnik auf; das Wasserrad von 1895 war 1924 durch eine Turbine ersetzt worden. Das (bauliche) Aufbaukonzept im Museum sah aber die Zeit des 16. bis 18. Jahrhunderts vor, mit entsprechender Mühlentechnik, die wenn möglich mit Originalteilen fränkischer Mühlenbaukunst erfolgen sollte. Basis für die Rekonstruktion war letztlich die aus der Weidenmühle bei Pommelsbrunn (Lkr. Nürnberger Land) geborgene Bied mit Wellbaum, Kammrad, Mühleisen und Stockgetriebe. Offensichtlich handelte es sich ursprünglich um eine viergängige Anlage, ebenso wie es in Unterschlauersbach um 1810 der Fall war. Es waren aber nur noch drei (von einst fünf) Gebinden der Bied erhalten. Um die Rekonstruktion zu begrenzen, wurde nur eine zusätzliche Zone ergänzt, so dass lediglich drei Mahlgänge untergebracht werden konnten, davon zwei direkt von Wasserrad und Kammrad getrieben, ein weiterer Nebengang in einer schmäleren Zone der Bied. So befindet sich heute in der Unterschlauersbacher Mühle eine einst in Mittelfranken bis ins 19. Jahrhundert allgemein übliche technische Ausstattung. Sie ist in dieser Form prinzipiell schon im 16./17. Jahrhundert nachweisbar, also auch zur Bauzeit der Mühle (1576/1601) denkbar.
Die Arbeit in einer Getreidemühle lässt sich in drei Abschnitte gliedern: Reinigen, Mahlen, Sichten. Gereinigt wurde ursprünglich mit Handsieben, während das Mahlen und Sichten (= die Feinsortierung des Mahlguts) mit Hilfe der Wasserkraft geschah. Eine (Wasser-) Mühle besteht aus mehreren aufeinander abgestimmten Teilen: dem Antrieb (mit Wasserrad und Zahnradübersetzung), dem Mahlwerk und dem Beutelwerk. Beim Wasserrad unterscheidet man zwischen oberschlächtig (Rad wird durch herabfallendes Wasser angetrieben) und unterschlächtig (Rad wird durch unten durchfließendes Wasser angetrieben). Über eine als Wellbaum bezeichnete Radachse wird die Kraft in das Innere der Mühle übertragen. Die Bied, das Mühlgestell innerhalb des Mühlgebäudes, verbindet Antrieb und Mahlwerk. Die äußerst kräftige Zimmermannskonstruktion aus Säulen, Pfetten und Schwellen bildet das Lager für den Wellbaum und zugleich das Podium für die schweren Steinmahlwerke. Der eigentliche Mahlvorgang läuft zwischen den Mahlflächen der waagerechten Mühlsteine. Der untere, feste Bodenstein (Sitzer) und der obere, sich drehende sog. Läufer haben einander zugewandte Mahlflächen, die aufgeraut und mit Mahlfurchen (Schrenzen) versehen sind. Aus dem Zerkleinerungsprozess vom Korn zum Mehl entstehen je nach Feinheit die Mahlprodukte Schrot, Kleie, Grieß und Mehl der verschiedenen Typen. Die eigentlichen Mehlmahlgänge unterscheiden sich vom Schrotgang durch das zusätzliche Beutelwerk, dessen Hauptbestandteil der Beutelkasten ist. Der Beutelkasten ist gleichsam eine vollautomatische Sicht- und Siebmaschine, ebenfalls angetrieben vom Wasserrad. Er lässt sich für die Unterschlauersbacher Mühle bereits 1617 und nochmals in verbesserter Ausführung mit »Säuberer« 1717 belegen. (Quelle: Fränkisches Freilandmuseum e.V., Bad Windheim)
Große der Grundfläche: 43 x 30 cm!
Umfang des Bausatzes: 7 Ausschneidebögen A3 worauf auch die Bauanleitung mit vielen Bildern und Zeichnungen abgebildet wurde. Einige Bögen sind in doppelter Ausführung (insgesamt besteht dieser Bausatz aus 12 Bögen) – „Sollte man sich mal verschnitten haben oder das Papier verstärken wollen, kann man auf den doppelten Boden zurückgreifen!“
Eine Bauzeichnung wurde in deutscher Sprache verfasst.