Abmessungen: 55 × 6 cm
Schwierigkeit: 3
- Auftraggeber: Stichting Maritiem Erfgoed Vlissingen / SMEV
- Vorbild: Hr.Ms. Onverschrokken, später Hr.Ms. Mercuur (A856)
- US-Werftnummer: MSO-483
- Baujahr: 1952–1954
- Typ: Hochsee-Minensucher der Onversaagd- bzw. Aggressive-Klasse
- Maßstab des Scaldis-Bogens: 1:100
- Vertrieb/Kontrukteur: Scaldis Modelclub in Zusammenarbeit mit Wydawnictwo JSC Bartosz Czolczynski.
- Stichting Jan Hintzen
- Stichting van de Sande
- Cultuurfonds Zeeland
- Zeeland Refinery
Die MSO-483 „Onverschrokken“ war ein niederländischer Hochsee-Minensucher aus der frühen Nachkriegszeit. Das Schiff wurde in den USA bei Peterson Builders in Sturgeon Bay, Wisconsin, für die niederländische Marine gebaut und gehörte zur amerikanischen Aggressive-Klasse. Es wurde am 22. Juli 1954 an die Niederlande übergeben und erhielt dort die Kennung M 886.
Die MSO-Schiffe waren für die Räumung von Minen auf hoher See und in den Zufahrten zu wichtigen Häfen vorgesehen. Ihre besondere Konstruktion war dabei von großer Bedeutung: Der Rumpf der „Onverschrokken“ bestand aus Holz, um die magnetische Signatur des Schiffes möglichst gering zu halten. Damit konnte es auch magnetisch auslösende Seeminen räumen, ohne sie durch seine eigene magnetische Wirkung unnötig zu gefährden. Für die Minensuche und -räumung verfügte das Schiff über entsprechende Sonar- und Räumausrüstung.
Allerdings verlief die aktive Zeit als Minensucher anders, als man vielleicht erwarten würde. Nach ihrer Überführung in die Niederlande wurde die „Onverschrokken“ zunächst weitgehend in Reserve gehalten. Personalmangel und fehlende Ersatzteile verhinderten einen umfangreicheren Einsatz. Erst Anfang der 1970er-Jahre änderte sich die Aufgabe des inzwischen fast 20 Jahre alten Schiffes grundlegend.
Ab 1971 wurde die „Onverschrokken“ auf der Rijkswerf in Den Helder umfangreich umgebaut. Aus dem Minensucher entstand ein Torpedo-Versuchs- und Arbeitsschiff. Unter anderem erhielt das Schiff eine Krananlage zum Bergen von Übungstorpedos sowie spezielle Einrichtungen für die Arbeit mit Torpedos. Am 11. Mai 1973 wurde es schließlich in „Mercuur“ (A 856) umbenannt und fortan vor allem zur Unterstützung der niederländischen U-Boot-Waffe eingesetzt.
In dieser Funktion blieb die „Mercuur“ bis 1987 im Dienst. Danach begann für das Schiff ein zweites Leben: Es blieb erhalten und wurde schließlich zum Museumsschiff. Damit ist die ehemalige „Onverschrokken“ heute ein besonders interessantes Zeugnis der niederländischen Marinegeschichte. Von den sechs niederländischen Hochsee-Minensuchern dieser Klasse ist sie das einzige erhaltene Schiff.
Das Schiff ist etwa 50 Meter lang, rund 10,5 Meter breit und verdrängte ungefähr 750 Tonnen. Zwei Dieselmotoren mit zusammen etwa 1.600 PS ermöglichten eine Höchstgeschwindigkeit von rund 15,5 Knoten.