Maßstab: 1:250
Größe / Durchmesser: 5 cm
Teile: 30
Bogen: 1 Din A4
Schwierigkeitsgrad von 1-5, 4
Der South Coast Martello Tower wirkt auf den ersten Blick wie ein massiver, gedrungener Steinturm, fast wie eine Mischung aus Leuchtturm und Burg. Er stammt aus einer Zeit, in der Großbritannien eine Invasion durch Napoleon fürchtete. Deshalb wurden entlang vieler Küsten solche Verteidigungstürme errichtet, damit feindliche Schiffe möglichst früh entdeckt und beschossen werden konnten.
Das Interessante an diesen Türmen ist ihre Bauweise: Die Wände sind außergewöhnlich dick, oft mehrere Meter stark. Der Eingang lag ursprünglich nicht auf Bodenniveau, sondern höher an der Außenwand. So konnte man im Ernstfall die Leiter entfernen und den Turm schwer zugänglich machen. Auf dem Dach befand sich eine schwere Kanone, die sich nahezu rundum drehen ließ und dadurch einen großen Küstenabschnitt kontrollieren konnte.
Wenn man einen solchen Turm betritt, merkt man schnell, dass er eher eine militärische Maschine als ein Wohngebäude war. Die Räume waren eng, zweckmäßig und für eine kleine Garnison ausgelegt. Soldaten lebten, schliefen und arbeiteten dort auf engem Raum. Im unteren Bereich wurden Vorräte und Schießpulver gelagert, darüber befanden sich die Mannschaftsräume.
Die Türme an der Südküste Irlands hatten vor allem die Aufgabe, wichtige Häfen und Buchten zu schützen. Gerade die Region um Cork war für die britische Marine von großer Bedeutung. Von den erhöhten Standorten aus konnten die Soldaten die See beobachten und bei Gefahr Signale an benachbarte Türme weitergeben. So entstand eine Art optisches Frühwarnsystem entlang der Küste.
Das Faszinierende ist, dass diese Türme ihre eigentliche Feuerprobe nie erlebten. Die befürchtete französische Invasion kam nie. Trotzdem stehen viele der Türme noch heute, über 200 Jahre später, und vermitteln einen Eindruck davon, wie ernst die Bedrohung damals genommen wurde.
Wenn du bereits einen Martello-Turm an der Nordküste besucht hast, fällt beim Vergleich oft auf, dass die Grundidee überall gleich ist: dieselbe robuste Rundform, dieselbe militärische Funktion. Der Unterschied liegt meist in der Landschaft. An der Südküste stehen die Türme häufig vor geschützten Buchten und Naturhäfen, während die Nordküste oft rauer, windiger und dem offenen Atlantik stärker ausgesetzt wirkt. Dadurch entsteht trotz ähnlicher Architektur eine ganz andere Atmosphäre.