Maßstab (Maßstab): 1:200
Blätter (Blätter): 20 x A4
Zustand (Zustand): 2026
Länge (Länge): 473 mm
Anzahl der Teile (Teile): 382/546
Schwierigkeitsgrad (Schwierigkeit): 2
Aufbauanleitung (Aufbauanleitung): polnisch, englisch
Das Lange Ufer – früher ein wichtiger Hafenbereich
Das Długie Pobrzeże war ursprünglich kein Spazierweg, sondern ein wichtiger Teil des mittelalterlichen Hafens. Die Uferbefestigung entstand aus zahlreichen hölzernen Stegen, die auf Pfählen in die Motława hineingebaut wurden. Die einzelnen Stege lagen vor den verschiedenen Wassertoren und dienten dazu, Waren direkt von den Schiffen zu löschen. Mit der Zeit wurden sie miteinander verbunden und bildeten das heutige Lange Ufer.
Gdańsk entwickelte sich im 16. und 17. Jahrhundert zu einem der bedeutendsten Handelsplätze an der Ostsee. Am Ufer lagen Handelsschiffe, während auf der gegenüberliegenden Speicherinsel (Wyspa Spichrzów) große Mengen Getreide und andere Waren gelagert wurden.
Die prächtigen Bürgerhäuser auf der Landseite waren somit unmittelbar mit dem Handels- und Hafenbetrieb verbunden.
Die charakteristischen Wassertore
Eine Besonderheit des Langen Ufers ist die Reihe historischer Wassertore, die die Straßen der Stadt mit dem Hafen verbanden. Dazu gehören unter anderem:
- Krowia Brama – Kuhtor
- Brama Chlebnicka – Brotbänkertor
- Brama Mariacka – Marientor
- Brama Świętego Ducha – Heilig-Geist-Tor
- und natürlich der Żuraw – das Krantor
Das Krantor ist dabei das bekannteste Bauwerk der gesamten Uferfront. Es war gleichzeitig Stadttor und Hafenkran. Seine hölzerne Hebekonstruktion konnte schwere Lasten aus den Schiffen heben und spielte eine wichtige Rolle im damaligen Hafenbetrieb.
Vom Hafen zur Flaniermeile
Ab dem 19. Jahrhundert veränderte sich die Nutzung. In den Erdgeschossen der Häuser entstanden Geschäfte, die ihre Verkaufsräume teilweise direkt zur Motława hin öffneten. Das Lange Ufer wurde zunehmend zu einer Verbindung aus Hafen, Handelsstraße und Promenade.
Die Häuserzeile selbst war dabei ein typisches Beispiel für die repräsentative Danziger Architektur: schmale, hohe Bürgerhäuser mit reich gestalteten Fassaden, die dicht nebeneinander standen und der Stadt vom Wasser aus ihr charakteristisches Gesicht gaben.
Fast vollständig zerstört
Der Zweite Weltkrieg brachte eine dramatische Zäsur. Die historische Innenstadt von Gdańsk wurde 1945 schwer zerstört. Auch das Lange Ufer und seine Bebauung erlitten massive Schäden.
Bemerkenswert ist, dass die heutige Häuserzeile deshalb nicht einfach aus unverändert erhaltenen mittelalterlichen und frühneuzeitlichen Häusern besteht. Ein großer Teil der heutigen Bebauung entstand im Rahmen des Wiederaufbaus nach dem Krieg. Dabei wurden historische Fassaden und Stadtbilder rekonstruiert beziehungsweise stilgerecht neu geschaffen.
Das Ergebnis ist eine historische Stadtkulisse, die den Charakter des alten Danzig wieder sichtbar macht, obwohl ein erheblicher Teil der ursprünglichen Bausubstanz verloren gegangen war.
Heute
Heute ist das Długie Pobrzeże eine etwa 500 Meter lange Promenade entlang der Motława. Von hier aus hat man einen besonders eindrucksvollen Blick auf den Fluss, die gegenüberliegenden Speicher und die historischen Gebäude. Die Häuserzeile, die Wassertore und der Żuraw bilden zusammen eines der bekanntesten Fotomotive Polens.