Maßstab: 1:250
Länge: 30 cm
Breite: 18 cm
Höhe: 15 cm
Schwierigkeitsgrad: mittel
Anzahl Bogen: 9
Konstrukteur: P. Tabernacki
Die St. Michaeliskirche in Hildesheim gehört zu den bedeutendsten Kirchenbauten der europäischen Frühromanik. Sie wurde im frühen 11. Jahrhundert errichtet und gilt heute als ein Schlüsselwerk mittelalterlicher Architektur. Gemeinsam mit dem Hildesheimer Dom steht sie auf der Liste des UNESCO-Weltkulturerbes.
Entstehung und Geschichte
Die Kirche entstand unter Bischof Bernward von Hildesheim, einer außergewöhnlichen Persönlichkeit seiner Zeit. Er war nicht nur Kirchenmann, sondern auch Kunstförderer und enger Vertrauter des Kaisers Otto III. Die Bauarbeiten begannen um das Jahr 1010, und die Kirche wurde 1033 geweiht.
Im Zweiten Weltkrieg wurde St. Michaelis schwer beschädigt. Der Wiederaufbau orientierte sich bewusst am ursprünglichen romanischen Zustand, sodass die Kirche heute wieder sehr nah an ihrer mittelalterlichen Erscheinung ist.
Architektur
Besonders auffällig ist der klare, fast geometrische Aufbau der Kirche. St. Michaelis besitzt:
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zwei Chöre (einen im Osten und einen im Westen),
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zwei Querhäuser,
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sechs Türme in symmetrischer Anordnung,
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eine streng gegliederte Raumstruktur.
Diese ausgewogene, fast mathematische Gestaltung ist typisch für die ottonische Baukunst und sollte Ordnung und göttliche Harmonie ausdrücken.
Ein herausragendes Kunstwerk ist die bemalte Holzdecke aus dem 13. Jahrhundert. Sie zeigt einen monumentalen Stammbaum Christi und gehört zu den größten erhaltenen mittelalterlichen Deckenmalereien Europas.
Bedeutung
Die St. Michaeliskirche ist nicht nur ein religiöses Bauwerk, sondern auch ein Meilenstein der Architekturgeschichte. Viele spätere romanische Kirchen übernahmen ihre klare Raumordnung und Proportionen. Für Kunsthistoriker ist sie ein Beispiel dafür, wie Architektur im Mittelalter zugleich Glaubensaussage, Machtzeichen und künstlerischer Ausdruck sein konnte.